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Am
28. Sept. besuchten wir Aigues Mortes, die "Stadt der toten
Wasser", die von Sümpfen umgeben ist. Im 13. Jahrhundert war
Aigues Mortes eine alte Seefestung, von hier starteten Kreuzzüge
(u.a. von Ludwig dem Heiligen angeführt). Die Stadt war aber auch
einer der hundert Sicherheitsplätze für Hugenotten.
Nach Aufhebung des "Edikts von Nantes" 1685 waren sie wieder schlimmen Verfolgungen ausgesetzt. Auf einem Gedenkstein am Eingang der Befestigungsanlage ist zu lesen:
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Zum Gedenken der hugenottischen Gefangenen und aller, die für ihren Glauben zu widerstehen wußten und für die Freiheit des Gewissens. (Tour de Constance 1241 - 1249) |
Sehr
eindrucksvoll war der "Tour de Constance", der außerhalb
der 550 x 300 m langen Stadtmauer steht. Er ist durch eine Brücke
mit ihr verbunden. 40m hoch, mit einem Durchmesser von 22 m und sechs
Meter dicken Mauern wirkt er wie ein unheimlicher Klotz. Ab 1708 diente
er als Gefängnis für unbeugsame Hugenottinnen, die ihre Männer
nicht verrieten und auch nicht ihrem protestantischen Glauben abschworen.
Marie Durand war 38 Jahre ihres Lebens dort inhaftiert. Gertrud von Le
Fort beschreibt ihr Leben in der Novelle "Turm der Beständigkeit".
Bedrückend wirkte das im Gefangenensaal vorgetragene Gedicht "Die
Füsse im Feuer" von C.F. Meyer. Es schildert die Begegnung eines
königlichen Dragoners mit einem Hugenotten, dessen Frau vor einiger
Zeit von eben diesem Reiter gefoltert und getötet wurde.

Der Rundgang auf der gut erhaltenen Stadtmauer mit zahlreichen Wachtürmen und Toren vermittelte uns einen Eindruck von der als Rechteck angelegten Stadt. Die hohen Mauern schützten u.a. vor dem salzhaltigen Wind. Auch heute wird im Rhonedelta Salz gewonnen. Wir sahen umfangreiche Salzberge in der Nähe der Stadt.
Bei der Weiterfahrt durch die Camarque kamen wir an Herden schwarzer Stiere, weißer Pferde und später
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an rosa gefärbten Flamingos vorbei. Reis- und Karottenfelder (die Hugenotten brachten das Wort Karotte, le carot, mit nach Deutschland), Salzwiesen und Pinienwaldstreifen wechselten einander ab.
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Am Mittelmeer liegt Les Saintes Maries de la Mer, der weiße Hauptort der Camarque. Im Mai versammeln sich hier alljährlich Sinti und Roma aus der ganzen Welt, um ihrer Schutzpatronin Sara, Dienerin der drei Marien, zu huldigen. Die festungsähnliche Kirche sollte vor allem die kostbaren Reliquien der Marien vor Sarazeneneinfällen schützen. |
Die Mutigen unserer Reisegruppe nahmen bei ca. 18°C Wassertemperatur nur ein kurzes Bad im Mittelmeer.
Auf
der Rückfahrt betrachteten wir in St. Gilles die großartige
Portalanlage der Kirche, die die Heilsgeschichte mit Szenen aus dem Leben
Christi in romanischer Bildhauerarbeit zeigt. Weiße geschmückte
Pferde und schmucke Reiter warteten vor der Kirche auf ein Brautpaar -
wir auch.

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(Bericht: Beate Kison, Bilder: Friedhelm Haar)